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WPF- Deutsch unterwegs

 

Verlagsbesuch Jung & Jung
Exkursion der Deutsch-Wahl-pflichtfachgruppe der 6. Klassen

Jung_und_Jung_Verlag_31_03_2014

Am 31. März 2014 besuchten wir mit unserer Professorin Mag. Sabine Kahlfuss den Salzburger Verlag „Jung & Jung“ in der Hubert-Sattler-Gasse.

Herr Dr. Jochen Jung ermöglichte uns einen Blick hinter die Kulissen eines Verlages. Er informierte uns über den Weg eines Buches vom Manuskript des Autors über den Verlag und den Buchhändler bis hin zum Leser.
Herr Dr. Jung studierte Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten in München, Tübingen, Zürich und Berlin. Von 1973 bis 1975 war er als Lektor im Moos-Verlag tätig und ab 1975 im Salzburger Residenz-Verlag. Im Jahre 2000 gründete er seinen eigenen Verlag „Jung&Jung“. 2003 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 2005 den Buchpreis der Salzburger Wirtschaft.
Der Verlag Jung & Jung widmet sich in erster Linie der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, mit Schwerpunkt Österreich, publiziert daneben aber auch Übersetzungen aus anderen Sprachen und anderen Zeiten. Kunstbücher und Bücher zum Thema Musik ergänzen das Programm. Der größte Erfolg des Verlags war der Roman „Tauben fliegen auf“ (2010) von Melinda Nadj Abonji, für den sie den Deutschen und den Schweizer Buchpreis erhielt.
Dr. Jung erklärte uns im Rahmen unseres Besuches die Aufgaben und die damit verbunden Risiken eines Verlages. Ein Verlag muss immer Geld vorschießen und Vorauszahlungen bewältigen, ohne den Erfolg des Buches einschätzen zu können. Das erwirtschaftete Geld bleibt dem Verlag jedoch nicht allein. Meist gehen 10% an den Autor, welche durch einen Vertrag oder eine Honorarfestlegung bestimmt sind.  Der Buchhändler bekommt 30% – 40%, der Buchvertreter ca. 8%, die Druckerei 30% – 40% und dem Verlag bleiben am Ende nach Abrechnung aller Kosten und Bezahlung aller Mitwirkenden ca. 4% Gewinn. Alle zugeschickten Manuskripte würden im Verlag gelesen, ein gutes Buch erkenne man bereits nach den ersten 20 Seiten, behauptet Herr Dr. Jung. Die Arbeiten an einem Buch werden in enger Zusammenarbeit mit dem Autor gemacht, das Coverdesign, die Farbe, die Schrift, der Titel und ein kleiner Feinschliff, wenn nötig. Wenn ein Buch übersetzt wird, schlägt der Übersetzer den Titel vor, die Zustimmung des Autors wird dennoch benötigt.
In den abschließenden Worte dieses interessanten Vortrags erklärte uns Herr Dr. Jung, dass Verleger sicher nicht der best-bezahlte Job dieser Welt sei, er aber dennoch nie etwas anderes machen möchte, denn der Umgang mit der Sprache sei am interessantesten. Dieser Beruf wäre ohne Leidenschaft nicht möglich.
Lisa Lochbichler (6A)

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