„O nata lux“ – Adventsingen in St. Rupert
12/12/2025 2025-12-16 14:43„O nata lux“ – Adventsingen in St. Rupert
In St. Rupert gibt es die über 50-jährige Tradition der feierlichen Adventkranzsegnung am Vorabend des ersten Adventsonntags. Jedes Jahr sind die Schulchöre, Ensembles und eine Kindertheatergruppe der Schreibwerkstatt dabei.
Im heurigen Schuljahr, am 29. 11. 2025, wurde ein durchgehendes Gesamtkonzept aufgeführt, das sich musikalisch und vom Aufbau sehr stark an den großen Salzburger Adventsingen orientierte.
Die traditionelle alpenländische Hirtengeschichte mit Herbergsuche und engelverkündeter Geburt samt Anbetung wurde auf fünf Szenen aufgeteilt, jeweils aus Sicht einer Jugendlichen kommentiert und dadurch für heutige Menschen aktualisiert und relevant gemacht. Traditionelle alpenländische Volkslieder und Musikstücke wurden teilweise original gesungen und musiziert, teilweise mit eigenen Vorspielen und Begleitungen versehen und durch zusätzliche Strophen in die heutige Lebensrealität geholt. Zum Pinzgauer Perchtentanz von T. Reiser wurde von zwei Perchten in der Kirche getanzt, das Laternenlicht von Josef und Maria konnte die finstreren Mächte dann jedoch vertreiben. Die Texte des Hirtenspiels und der aktualisierenden Gedanken sowie die Vor- und Zwischenspiele wurden vollständig selbst entwickelt und das Adventsingen von insgesamt 100 Schülerinnen und Schülern aufgeführt. Dafür entstanden viele neu zusammengestellte und klassenübergreifende Ensembles, z. B. die Stubenmusi, bestehend aus Harfe, Zither, Gitarre und Cello, ein Bläserquintett, ein Zugintrio, ein Klarinettenquartett, ein 8-köpfiges Streichorchester, ein Männerchor und sogar ein Alphornduo. Der 51-köpfige Unterstufenchor und der aus jeweils 17 Männer- und Frauenstimmen bestehende Oberstufenchor waren natürlich ebenfalls dabei. Um den Bogen von früheren Zeiten zur Gegenwart zu spannen, wurde mit „Machet die Tore weit“ von A. Hammerschmidt aber auch ein traditionell barockes Adventlied sowie mit dem titelgebenden „O nata lux“ eine Neuvertonung des alten lateinischen Hymnus eingebaut und die alpenländische Tradition somit in einen größeren kulturellen und historischen Kontext gestellt. Mit der Eigenkomposition „Sende Licht!“ brachten die Kinder des Unterstufenchores Lichter ins zum Mitsingen eingeladene Publikum und schafften somit eine Verbindung von der Tradition hin ins Heute, hin ins Tun und zur symbolischen Umsetzung der Weihnachtsbotschaft.
Die liturgisch feierliche Adventkranzweihe durch den Provinzial der Steyler Missionare, Pater Christian Stranz mit einer berührenden Ansprache, Fürbitten und dem feierlichen Adventsegen beschloss das vor gut 400 Mitfeiernden. Der Andachtsjodler wurde abschließend von den Streichern intoniert und von den Chören und allen Anwesenden mit Bläserunterstützung gesungen. Tosender Applaus belohnte die Schülerinnen und Schüler und entließ sie stolz und zufrieden in die Adventszeit. Ein herzliches DANKESCHÖN allen für diesen wunderbaren Abend! Mag. Barbara Reiter